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Krankheiten

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Englisch Diseases
Typ -
Bekanntheitsgrad variiert
Quelle -

Übersicht

Nicht alles, was den Leib krank macht, rührt auch vom Leibe her. Manche Leiden sind schlicht Leiden: sie gehen von Mensch zu Mensch über, nehmen ihren Verlauf und weichem dem Sachverstand eines mundanen Heilkundigen. Andere treten auf, wenn ein sterblicher Leib etwas fassen soll, wofür er nie geschaffen wurde - die Aufmerksamkeit eines Gottes, die Gegenwart eines Titanen, Magie, die sich dort festgesetzt hat, wo sie nicht hingehört. Nicht immer lässt sich an Symptomen unterscheiden, welche Krankheit magischer und welche nicht-magischer Natur ist. Mitunter ist das Heilmittel, das gegen die eine hilft, völlig nutzlos gegen die andere.

Auswirkungen

Wo kein Heilkundiger in der nächsten Gasse sitzt, muss der Heilkundige wandern. Die Wanderheiler bilden keinen Orden und sind niemandem Rechenschaft schuldig; ein Heiler nimmt einen Schüler an, der Schüler geht jahrelang an seiner Seite, und mehr ist es nicht. Man hält ihr Gewerbe in Ehren, und wer in eine größere Stadt kommt, dessen Name ist dort oft längst bekannt, ehe man ihn je gesehen hat. Diese Ehre ist der einzige Lohn, den die meisten je erhalten; die Bekannten unter ihnen dürfen allerdings sicher sein, im Alter ein Dach zu finden, denn eine Gemeinde, der sie einst geholfen haben, nimmt sie auf. Weil sie nichts bindet als das eigene Urteil, steht es ihnen frei, einen Kranken abzuweisen, und weil sie nichts ausweist, gibt es auch Scharlatane. Ihr Ansehen schützt sie unterwegs, doch nur dort, wo eine Krone oder ein Rat diesen Schutz auch durchsetzt; in der Wildnis schützt es gar nichts, und so schließen sie sich denen an, die denselben Weg nehmen.

Spitäler unterhalten allein die großen Handelsstädte und die Hauptstädte. Wie sie finanziert werden, ist von Gegend zu Gegend verschieden, doch nahezu überall erwartet man von den Wohlhabenden einen Beitrag. Unverändert bleibt einzig, dass ein Spital jeden aufnimmt: ein Haus, das die Armen abweist, ist kein Spital und wird auch nicht so genannt. Zugleich sind es Lehrstätten — was unterwegs erfahren wird, bleibt dort zurück, und was dort bewahrt wird, wandert wieder hinaus. Der Adel hält sich eigene Heiler; sie werden besser bezahlt und weniger geachtet.

Die Tempel heilen auf andere Weise, allen voran die der Khestys. Solche Heilung gibt es wirklich, doch sind derer wenige, die sie wirken können, und keiner, der sie oft wirken könnte; ein einfacher Mensch mag Jahre sparen, um eine Stunde davon zu erhalten. Sie ist eine Frage der Seltenheit, nicht des Wunders. Ob sie überhaupt gewährt wird, hängt vom Gemüt dessen ab, der gerade zugegen ist — und die Kleriker der Khestys sind zumeist keine Leute, die leichthin abweisen.

Gegen die Seuche selbst kennt man vor allem ein Mittel: die Absonderung. Die Kranken werden weggeschlossen, und vor Yul liegt eine Insel für jene, die nicht zurückkehren sollen. Bisweilen ist das Klugheit, bisweilen bloß Furcht — es gab eine Zeit, da sperrte man Tieflinge aus demselben Grunde ein, weil man für ansteckend hielt, was doch nur vom Elternteil auf das Kind übergeht. Wer das Schlimmste dieser Krankheiten übersteht, wird fortan auf Abstand gehalten: bemitleidet, mit Almosen bedacht und nicht gern angesehen.

Für die Fieber, die jeden Winter kommen, reicht dies alles aus. Für das, was in diesem Kapitel steht, reicht es nicht. In Helond wie in Bruchkante erinnert man sich noch immer, was der Hunger dort angerichtet hat, und von den vier hier verzeichneten Krankheiten ist einzig eine mit den Mitteln eines Heilkundigen zu bestreiten; für die übrigen gab es nie genug von denen, die mehr vermögen.

Liste der Krankheiten

Die Gnade

Eine Krankheit, die aus der Berührung mit ungefilterter göttlicher Herrlichkeit entsteht, welche sterbliches Fleisch und sterbliche Seele nicht zu fassen vermögen. Man zieht sie sich meist zu, wenn ein Gebet um Zwiesprache unbeantwortet bleibt, oder indem man den ungefilterten Glanz eines Himmlischen übersteht. Die Befallenen träumen zunächst von der Gottheit, vermögen dann keine andere mehr zu ehren und beginnen zuletzt, leiblich den Himmeln entgegen zu verblassen, um nie wieder gesehen zu werden. Anhaltende Seelsorge durch einen Priester desselben Glaubens kann sie heilen.

Der Hunger

Eine verschlingende und hochansteckende Krankheit; schlimmer noch, sie liegt zugleich über der betroffenen Gegend selbst. Die Befallenen glühen im Fieber und fressen ohne Unterlass, zuletzt ohne darauf zu achten, was - einander und sich selbst bei lebendigem Leib. Heilen lässt der Hunger sich durch Magie, doch es es gab nie ausreichend Personen, die sie auch wirken konnten. Wer diese Krankheit überlebt, ist körperlich und geistig stark gezeichnet.

Kobaltsieche

An der Kobaltsieche Erkrankte entwickeln in kurzer Zeit lebensbedrohlich hohes Fieber, häufig begleitet von Schüttelfrost. Nach etwa einem Tag beginnen sich die bläulichen Schwären zu bilden, die anfangs noch stark ausgeprägten Krampfadern ähneln, dann aber offene Stellen in Haut und Fleisch reißen, die stark eitern und wässern. An bestimmten Stellen des Körpers, so am Genick, entwickeln sich dicke Beulen. Die Zunge schwillt an und verfärbt sich blau. Manchmal kommt es dabei zum Ersticken des Erkrankten. Die meisten Opfer sterben aber an der Erschöpfung. Genesene zeigen grobe blaue Narben und bleiben häufig ihr Leben lang entkräftet.

Stille

Eine Droge und die Krankheit, die ihren Namen trägt: ein graues, bröckeliges Harz aus der Wurzelknolle der Brüchelbeere, geraucht oder in heißem Wein gelöst. Man nimmt sie freiwillig, doch wer dort lebt, wo sie gekocht wird, erkrankt schon an den Dämpfen. Die Befallenen sind zugleich anwesend und abwesend: nichts schmerzt sie, nichts drängt, und nichts begehren sie. Sie sehen weit länger gesund aus, als sie sollten, und brechen dann auf einmal zusammen; die Magie, die sich in ihnen festgesetzt hat, lässt sich wieder austreiben.

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Geheimnisse

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Fortsetzung

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